Du bist und warst schon immer genug

Das Gefühl nicht gut genug zu sein, kennt wohl jeder von uns. Und es ist etwas, das unser tiefstes Sein erschüttert. Aber hinter all diesen Wünschen und Vergleichen steckt nur eine einzige Suche: Der Suche nach Liebe.



Nach einer meiner letzten Yogastunden, bekam ich eine E-Mail von einem neuen Schüler. In der stand, dass er nicht wie geplant nur einzelne Stunden nehmen wird, sondern den ganzen Kurs buchen möchte. Als Grund gab er an, dass er: Zitat “es grandios fand wie viel gelacht wurde.“ Darüber kann ich mich heute sehr freuen. Es hat mich aber auch daran erinnert, wie ich am Anfang ein bestimmtes Bild von mir als Yogalehrerin hatte, welches mir absolut nicht entsprach. Gerade zu Beginn orientiert man sich erstmal an anderen ohne sich darauf zu verlassen, dass das wie man ist einfach genug ist. Sich klein reden und schlecht machen, darin sind wir alle gut. Und bei dem Gedanken daran, wie ich gerade zu Beginn Bilder für meine Website machte, bei denen mich Freunde fragten, warum ich im weißen Anzug in Blumenbeeten sitze, bringt mich immer wieder zum Lachen. In meinem Kopf existierte einfach eine bestimmte Vorstellung davon, wie ich als Yogalehrerin aussehen sollte.


WARUM WIR UNS SELBST NICHT REICHEN


“Vergiss die Idee, Jemand zu werden - du bist schon ein Meisterstück" Osho

Das Gefühl nicht gut genug zu sein, kennt wohl jeder von uns. Und es ist etwas, das unser tiefstes Sein erschüttert. Es ist ein Gefühl des Mangels und der Unvollständigkeit. Wir glauben, wir haben nicht genug Erfolg, Schönheit, Geld und Wissen. Es ist das Äußere und der Vergleich mit Anderen, welche uns eine "Perfektion" vermittelt die wir nie erfüllen können. Unnatürliche Sehnsüchte, die wir nicht hätten, wenn wir alleine im Weltall schweben würden. Wir haben einen so starken Glauben daran niemals ausreichen zu können und suchen das Glück überall - nur nicht in uns. Aber hinter all diesen Wünschen und Vergleichen steckt nur eine einzige Suche: Der Suche nach Liebe. Wären wir uns unserer wahren Natur bewusst, würden wir niemals auf die Idee kommen uns selbst geringer zu schätzen als wir sind. 


Wir missbrauchen andere, auf der Suche nach Bestätigung und Anerkennung. Wir machen es unseren Eltern, Partnern, dem Chef oder Freunden recht, damit wir ihre Liebe verdienen. Aber welche Art von Liebe ist das? Eine Liebe die Bedingungen stellt und bittet. Liebe ist der innere Schatz, und Liebe ist die eigentliche Musik des Herzens, etwas das einfach da ist, mit dem jeder Einzelne geboren wird. Wir sind alle aus demselben Stoff gemacht. Keiner kann je höherwertig oder minderwertig sein. Wir müssen erkennen, dass wir absolute und reine Vollkommenheit sind - wir sind Liebe in Form. Erinnere dich daran, wenn du das nächste Mal denkst, du wärst nicht gut genug. Lass das Gefühl da sein, aber wisse, dass es nur das Gefühl ist. Dein Ego das dir etwas vorspielt. Glaube nicht alles was du denkst. Höre in die hinein und beginne nicht damit irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. So erfährst du deine größte Heilung.

VERBINDE DICH MIT LEICHTIGKEIT


Diese E-Mail hätte mich vor 2 Jahren ziemlich verunsichert und ich hätte an meinen Qualitäten als Yogalehrerin gezweifelt. In meiner Vorstellung war Yoga unter anderem sehr ernst. Dass das für mich nicht viel mit Yoga zu tun hat und erst recht nicht mit mir, wurde mir zum Glück mit der Zeit klar. Und inzwischen ist gerade das mir selbst wichtig: Immer wieder Leichtigkeit rein zu bringen, mal den Druck rauszunehmen und Spaß zu haben. Natürlich muss Zeit und Raum sein für Stille, aber besonders in einem schweißtreibenden und herausfordernden Flow, in denen sich verbissene Gesichter zeigen oder die Muskeln beginnen zu zittern hilft ein Lächeln und eine spielerische Herangehensweise sehr. Auch glaube ich, dass die Erwartungen an uns selbst uns oft daran hindern mehr zu uns zu finden und auf unseren Körper zu hören, sodass gerade etwas Leichtigkeit uns weiterbringt. Im Yoga geht es – offensichtlich – nicht um die Haltungen. Es geht darum, wie du dich fühlst. Dein wahres Sein, deine Essenz.


 

© 2020 by Sara Wragge