Gibt es die Seele und sind wir unsterblich?

Aktualisiert: 8. Juni 2018

Im Yoga ist ganz klar, dass wir eine unsterbliche Seele haben, wir ein Ausdruck des Göttlichen selbst sind. Wobei es um keine Religion oder einen Gott geht, sondern um namen- und formlose Essenz, allesdurchdringende Intelligenz oder Bewusstsein.


Als ich letzte Woche in Holland unterwegs war, sprang mir dieses Plakat ins Auge “No one ever really dies“. Ich meine, es ist auch nicht so leicht zu übersehen. Trotzdem hat es eine tiefsinnige Bedeutung für mich. Nämlich, dass wir unendlich sind. Dass alles Eins ist und das Eine ewig ist. Im Yoga gehen wir davon aus, dass das Göttliche in allen Wesen, jedem Atemzug, jeder Zelle deines Körpers, jedem Rauschen des Meeres, jedem Duft einer Blume, jedem Ton der Musik, in der Sonne und den Sternen am weiten Himmel. Das Göttliche ist die Bezeichnung eines höheren Prinzips im Kosmos, das von unserem normalen dualistischen Verstand nicht ganz erfasst werden kann.

DER KÖRPER ALS AUSDRUCK DER SEELE

Wir besitzen einen Körper und doch sind wir nicht der Körper. Wir können Denken und Fühlen und doch sind wir nicht das Denken und Fühlen. Wir haben unseren Körper und Geist um als Seele menschliche Erfahrungen zu machen. Dieser Körper ist ein Instrument oder Ausdrucksmittel der Seele, des puren Bewusstseins. Bewusstsein wird somit beschränkt durch die Verkörperung.


Die Reinkarnationslehre besagt, dass die unsterbliche Seele sich reinkarniert, das heißt, dass wenn der Körper stirbt, das Bewusstsein in eine subtile Seinsweise eingeht, um sich anschließend wieder gemäß dem Gesetz von Karma zu verkörpern. Im Laufe mehrerer Reinkarnationen erlangt die Seele so Vollkommenheit. Diese höchste Form der Freiheit zeigt sich in Selbstverwirklichung, tiefer Einsicht und Auflösung von Karma, sowie echtem Mitgefühl gegenüber allen Geschöpfen.


ALLES WAS PASSIERT, IST FÜR DICH NOTWENDIG


Jedes Leben dient also dazu, durch bestimmte Erfahrungen, die Seele weiterzuentwickeln. Hier gibt es keine Einteilung in Gut oder Böse. Und so schrecklich unsere menschlichen Erfahrungen auch für uns sein mögen, so wichtig sind sie für die Entwicklung unserer Seele. Dieser Gedanke, dass alles was geschieht richtig und wichtig für uns ist, ist oft schwer zu verstehen und doch nötig. Die gesamte Evolution beruht darauf. Auch Aristoteles glaubte daran, dass alles aus einem gewissen Grund passiert und das jede Erfahrung in deinem Leben kreiert wird um daraus zu reformieren. Natürlich existiert der freie Wille, in dem du deine eigenen Entscheidungen triffst, aber es sind doch gewisse Lektionen vorbestimmt. Auf welche Art und Weise wir sie erleben ist variabel.


Swami Sivananda schreibt:


„Wisse, dass der Körper der Tempel des strahlenden Bewusstseins ist, der selbstleuchtende Atman, die Seele im Innern, die alle Fähigkeiten des Denkens, Fühlens und des Körpers kontrolliert und bewegt. Wisse, dass du den Atem des Bewusstseins atmest, nicht physischen Atem. Der Tod beendet nicht alles. Der Tod bedeutet nicht vollständiges Verlöschen. Der Tod beendet nicht die beständige Abfolge. Der Handelnde, die Seele im Körper, wird nicht mit dem Körper sterben. Die Seele des Menschen ist unsterblich. So wie ein Mensch einen Mantel ablegt, legt er beim physischen Tod auch den Körper ab. Der Körper ist wie die Haut der Seele. Die Seele ist der Lenker des Körperwagens. Wenn der Körper stirbt, lebt die Seele weiter.“

Und das ist auch das, was wir in der Meditation erfahren können. Bei regelmäßiger Meditation können wir manchmal andeutungsweise dieses Gefühl der Ausdehnung, der Verbundenheit mit Allem, das Sat-Chit-Ananda, der Glücksseeligkeit erleben. Möchtest du gerne mehr über Karma erfahren? Und was glaubst du? Ist unsere Seele sterblich? Glaubst du überhaupt, dass wir eine Seele haben?



© 2020 by Sara Wragge