Toxische Beziehungen



Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, da toxische Beziehungsmuster das Selbstbewusstsein zerstören und tiefe Veränderungen der Psyche hervorrufen können. Wenn du dich auch nur etwas angesprochen fühlst, lies den Post bitte bis zum Ende durch. Eine ungesunde Beziehung begrenzt sich nicht nur auf Partnerschaften, sondern ist ebenso bei Freundschaften oder anderen zwischenmenschlichen Beziehungen möglich.


Eine gibt keine allgemein gültige Definition einer toxischen Beziehung. Vereinfacht gesagt, ist jede Beziehung toxisch, die dich unglücklich macht, die Schmerzen, Leid, Verzweiflung und Hilflosigkeit verursacht. Wenn du dich aus so einer Beziehung nicht löst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du dich in einer emotionalen Abhängigkeit befindest. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es auch nicht den einen toxischen Partner, es gibt nur toxische Beziehungen. Das ist wie mit einer Vergiftung: Ein Gift führt erst dann zu einer Vergiftung, wenn es den menschlichen Organismus in einer relevanten Mindestdosis erreicht.


Eine Trauma-Bindung ist eine Loyalität gegenüber einer Person, die destruktiv ist. Während der Beziehung erlebst du immer wieder Missbrauchszyklen, gefolgt von zeitweiliger Liebe oder Belohnung. Dies schafft eine starke emotionale Bindung, die extrem schwer zu brechen ist. Betroffene merken oft nicht, dass sie sich in einer Trauma-Bindung befinden, während andere die zerstörerischen Muster deutlich sehen können.


Toxische Beziehungen zeichnen sich oft durch Machtmissbrauch aus. Es gibt den manipulativen Partner der die Tatsache verdreht, so dass der andere sich als Verursacher und Schuldigen sieht. Das Selbstbewusstsein des Betroffenen leidet und der eigenen Wahrnehmung wird nicht mehr vertraut. Um Sicherheit und Liebe zu bekommen, versucht der Betroffene “Frieden“ zu wahren, indem er sich verstellt, seine Bedürfnisse unterdrückt und sich unterwirft. Dieser Frieden ist an das “gute und erwünschte“ Verhalten des Betroffenen gebunden. Mit der Zeit zieht der Betroffene sich von seinen sozialen Kontakten zurück und teilt sich niemanden mit, da sonst das Gefühl, den Partner zu hintergehen, entsteht.




Anzeichen dafür, dass du du dich in einer Trauma-Bindung befindest:


Eine Auswahl typischer Verhaltensweisen, die Menschen in toxischen Beziehungen benennen:

* Muster der Nichterfüllung: Die Person verspricht dir Dinge und lässt dich ständig im Stich.

* Du hast das Gefühl, dass du die Person nicht einmal mehr magst oder ihr vertraust, aber du kannst nicht gehen.

* Deine Freunde und Familie haben dir von der Beziehung abgeraten, aber du bleibst.

* Du hast versucht zu gehen, aber es fühlt sich an, als würdest du körperlich krank sein und sterben.

* Du konzentrierst dich immer wieder nur auf das Gute in der Person, und blendest alles gewesen aus.

* Du sagst Dinge, die die Person hören möchte, um Probleme vorübergehend zu lösen.

* Du wirst an den Punkt der Selbstzerstörung getrieben und hegst Gedanken an Selbstverletzung.

* Stark unterschiedliche Nähe-Distanz-Bedürfnisse

* Erhebliche Kommunikationsprobleme

* Manipulation und Beeinflussung eines Partners (Gaslighting)

* Angst, vermindertes Selbstwertgefühl

* Chronischer Stress, Einschüchterung

* Ständige Angst etwas falsches zu sagen oder zu machen

* Mangel an Respekt, Toleranz und Unterstützung

* Schwächen werden ausgenutzt

* Beständiges Zweifeln und Grübeln über die Verbindung

* Permanente Unsicherheit und Ignorieren eigner Bedürfnisse

* Übergriffiges und gewalttätiges Verhalten

* Unvereinbarkeit von Werten

* Starke gegenseitige oder auch nur einseitige Abwertung

* Bis zu zeitweiser oder dauerhafter Unerreichbarkeit eines Partners


Falls du das Gefühl hast, du befindest dich in einer toxischen Beziehung, höre auf dein Bauchgefühl und sprich mit jemanden. Informiere dich über die Symptome. Prüfe die Muster deiner vergangenen Beziehungen. Suche dir Unterstützung, um die Trennung zu begleiten oder zu überwinden. Die Gefahr, dass du dir ohne Verarbeitung und Aufarbeitung aus einer Position der Schwäche heraus erneut einen Partner wählst, der dich in die nächste emotionale Abhängigkeit führt, ist leider groß.


Hast du dich bereits aus einer toxischen Beziehung gelöst? Wie hast du es geschafft, den Partner hinter dir zu lassen? Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Post?




Gaslighting ist eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch innerhalb von Vertrauensverhältnissen. Das Opfer hinterfragt seine eigene Realität, indem es über einen längeren Zeitraum manipuliert und verunsichert wird.


Nicht allen Tätern sind die Methoden und Begriffe des Gaslighting bewusst, besonders nicht, wenn diese Vorgehensweise sich im Rahmen von Krankheitsprozessen (Bsp. Narzistische oder Psychopathischer Persönlichkeitsstörung) zeigt. Sollte das nicht der Fall sein, ist die Machtausübung dem Opfer gegenüber gewollt. Eine besondere Herausforderung für Opfer ist, dass sich das Manipulationsmuster des Gaslightings erst mit einem gewissen Abstand erkennen lässt. Gaslighting verursacht den Verlust des Selbstbewusstsein, emotionale Abhängigkeit und kann tiefgreifende und nachhaltiger, teilweise existenzieller Verunsicherung und Verwirrung hervorrufen. In Folge dessen können Angst- und Panikzuständen bis hin zu Wahnvorstellungen und psychotischen Zuständen auftreten.


Gaslighting funktioniert häufig nach ähnlichem Schema:

* absprechen der Berechtigung oder uminterpretieren der Gefühle

* behaupten, das Betroffene hätte etwas getan oder gesagt, woran es sich selbst jedoch nicht erinnern kann.

* behaupten bzw. leugnen, selbst etwas Bestimmtes getan oder gesagt zu haben

* bestreiten, dass ein bestimmtes Ereignis stattgefunden hat.

* manipulieren von Dingen in der Wohnung oder im Umfeld des Opfers und das Opfer beschuldigen, es sei zerstreut oder desorganisiert.

* dem Opfer unzutreffende Realitätswahrnehmung oder falsche Realitätsbeurteilung vorwerfen.

* dem Opfer die Schuld geben für Streit, Schwierigkeiten in der Beziehung, das Scheitern von Freundschaften usw.

* dem Opfer die Worte im Mund herumdrehen oder ihm Worte in den Mund legen.

* dem Opfer einreden, dass dieses etwas nicht könne, nicht gut genug sei, unqualifiziert sei.

* andere Menschen im Umfeld des Opfers instrumentalisieren.

* der sozialen Isolation des Opfers .

* Vorschub leisten, bspw. indem das Vertrauensverhältnis des Opfers zu Freunden und Verwandten untergraben wird.

* sein wahres Gesicht als Gaslighter allenfalls dem Opfer gegenüber zeigen, jedoch nicht anderen Menschen gegenüber.



© 2021 by Sara Wragge