Warum Selbstreflektion ziemlich cool ist

Es ist wichtig zwischendurch mal zu reflektieren, ob unser Tun und Handeln, unser Denken und Sein noch zu unseren Lebenszielen passt. Warum wir uns bei manchen Sachen total wohl und glücklich fühlen und bei anderen eben nicht.



Denkst du, du weißt immer was du tust und dein Alltag quillt über von bewusstem Handeln? Meiner nicht und das soll er auch gar nicht. Wir sind intuitive Wesen und es wäre auch ziemlich anstrengend immer "bewusst" zu sein. Ich entscheide aus dem Bauch heraus, das funktioniert in der Regel auch super.


“Svadhyaya bedeutet, immer mal wieder über eigene Einstellungen und Handlungen nachzudenken und zu überprüfen, ob diese noch zu den eigenen Lebenszielen passen.”

Erkennen und auflösen


Oft ist es erst die Reaktion eines Freundes mit der wir nicht gerechnet haben, die uns dazu anregt über unser Handeln nachzudenken. Irgendwas ist schiefgegangen und man steht erstmal ziemlich auf dem Schlauch. Schau dir die Situation von außen an. Was ist passiert? Welche Erfahrungen habe ich gemacht? Was war der Grund? Es geht nicht darum dich jetzt klein und schlecht zu machen, sondern objektiv zu erfassen was passiert ist. Wir alle haben unsere eigenen Erfahrungen, die uns zu dem machen was wir sind, die bestimmen, wie wir denken und reagieren. Die Sicht der Dinge ist sehr subjektiv. Mit der Selbstreflexion hast du die Chance aus einer Erfahrung zu lernen um es beim nächsten Mal anders zu machen oder festzustellen, dass es sich bei dem Vorfall vielleicht gar nicht um dich handelt, sondern um die Erfahrung eines anderen, der daher besonders empfindlich reagiert hat. Es geht darum Verhaltensmuster zu erkennen und Blockaden zu verstehen. Und irgendwie nicht erst von den Freunden oder der Familie darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass man immer gleich komisch wird, sobald z.B. mal jemand anderer Meinung ist als man selbst ist. Vorher merken: Hey, warum passt mir gerade nicht, dass mein Gegenüber mich nicht versteht. Und warum gibt der Idiot sich nicht mal Mühe. Was stört mich daran? Einmal tief atmen und entspannt weitermachen. Kein Anklagen, keine Schippe ziehen und kein heimliches “Du kannst mich mal“.


Wer bin ich und was will ich?


Patanjali sagt: “Svadhyaya bedeutet, immer mal wieder über eigene Einstellungen und Handlungen nachzudenken und zu überprüfen, ob diese noch zu den eigenen Lebenszielen passen“. Klingt gut oder? Denk allein mal an deinen Job, deine Freunde und Bekannte, deine Freizeitgestaltung oder den Süßigkeiten Vorrat. Passt das noch zu deinen eigenen Lebenszielen? Wichtig ist doch zu verstehen, welche Regeln wir uns selbst auferlegt haben. Ich finde, dass das für die Selbstbeobachtung im Yoga eine schöne Sache ist. Die eigenen Einstellungen und Handlungen zu überprüfen hilft also auch die eigene Motivation besser kennenzulernen und letztendlich damit seine Ziele zu erreichen. Denn wie sollten wir das anders schaffen, als durch das einfache Erkennen des Ist-Zustandes und der Reflektion wie es anders gemacht wird. Nutze deine Fähigkeiten besser und entwickle dich persönlich und spirituell weiter.


Praxistipp

Yoga hilft dir während der gesamten Praxis weiter, immer wieder in dich hinein zu hören und zu reflektieren. Wie wäre es diese Achtsamkeit auch im Alltag zu erreichen? Schreibe zum Beispiel auf, was im Laufe des Tages passiert ist. Wie hast du reagiert? Wie fühlst du dich dabei? Oder möchtest du deine Selbstreflexion stärken? Dann sage dir doch mal eine Woche lang eine Affirmation wie  z.B. Ich bin selbstreflektiert oder Ich bin jemand, der selbstreflektiert ist. Probiere es aus und teile mir gerne deine Gedanken oder Erfahrungen mit.

© 2020 by Sara Wragge